Warum wir nicht alles sehen müssen, damit es wirkt – und trotzdem nicht alles glauben müssen, nur weil es nicht sichtbar ist.

Heute Morgen saß ich in der Morgensonne und beobachtete wieder ein paar Bienen. Es war nichts besonderes. Es geschah auch nichts außergewöhnliches.
Die Bienen taten, was Bienen so tun: sie fliegen von Blume zu Blume, krabbelten in die Blüten, suchten und sammelten und verschwanden wieder. Andere kamen.

Dann kam der Moment, der mich aus heiterem Himmel ganz tief berührte: Ich erkannte darin, was ich seit Jahren versuchte, über meine Arbeit auszudrücken.
Jede lebt als einzelnes Wesen – und gleichzeitig kann sie nur über die Verbindung zum Ganzen bestehen.

Jedes Wesen ist ein Individuum. Auch die Bienen. Selbst, wenn sie sich so gleichen. Und trotzdem kann die einzelne Biene nur über ihr Volk existieren. Allein die Biene zu betrachten, hilft nicht, das wir Bienen verstehen können... Jede Biene und jedes Bienenvolk funktioniert über Kommunikation, Wahrnehmung, Kooperation, Arbeitsteilung und ein hochkomplexes Zusammenspiel vieler einzelner Tiere.

Keine einzelne Biene „ist“ der Schwarm.
Und trotzdem entsteht durch jede Einzelne und dem Zusammenwirken etwas, das keine von ihnen allein hervorbringen könnte.

Auch der Honig, dieses symbolisch goldene Ergebnis ihrer Arbeit, entsteht nicht für uns Menschen. Die Bienen erzeugen und lagern ihn als Nahrungsvorrat für ihr eigenes Volk. Die Wirksamkeit des Honig ist nicht nur für Bienen wertvoll. Aber es ist ihr Reichtum, der aus dem gemeinsamen wirken entsteht. Und aus der individuellen Leistung.

Während ich den Bienen zusah, musste ich an die Hummel denken, die rein technisch gesehen, nicht fliegen können sollte.
Doch auch hier, dürfen wir nicht einfach eine einzelne Betrachtung berücksichtigen. Auch wenn die aerodynamischen Berechnungen richtig sind: die fließende Bewegung ihrer Flügel schenkt ihr den Reichtum vom Fliegen.
Sie fragt nicht, ob sie es können darf oder sollte.
Sie tut es einfach. Ganz natürlich.
Aus sich selbst heraus.

Nicht die Hummel hatte ein Problem mit dem Fliegen. Das wissenschaftliche Modell der Berechnung von Körper- und Flügelgröße war einseitig betrachtet, unzureichend.

Diese Erkenntnis macht mehr verständlich, als nur das Verhalten von Bienen oder Hummeln verstehen zu können. Es ist weit komplexer.

Wie oft betrachten wir auch Menschen, Tiere, Gesundheit, Verhalten oder einfach unsere Umwelt mit einem einseitigen Blickwinkel oder über ein gedankliches "Model" von uns selbst oder durch andere hervorgerufen?

Wie oft haben wir nicht einmal ein BewusstSEIN dafür, dass wir nur einen kleinen Ausschnitt erfassen oder aus einer anderen (nicht der eigenen) Perspektive bewerten, beurteilen und entsprechend reagieren?
Vieles halten wir, wenn dann etwas nicht passend erscheint, für Einbildung, irrational oder versuchen es zu ignorieren.
Oder es wird als "das ist Unmöglich" beiseite geschoben oder geht in der Bedeutungslosigkeit (durch weitere Ablenkungen) verloren.

Vielleicht müssen wir nicht jede bisherige Erkenntnis verwerfen.
Vielleicht sollten wir manchmal lediglich das Modell der Möglichkeiten und unsere Perspektive mit mehr BewusstSEIN erweitern.

Für mich ist das die "golden Brigde" - die goldene Brücke der Verbindung, die neue Lösungswege kreieren kann.

Für ich ist es auch: "Unterschiede aushalten zu können, ohne daraus Trennung oder pure Emotionalität entstehen zu lassen."

Meine Arbeit muss nicht von allen verstanden werden.
Sie muss nicht allen gefallen oder muss allen dienen, um wertvoll zu sein.

Skeptiker dürfen skeptisch bleiben.
Auch ich war mal sehr skeptisch vielen Dingen, die ich heute als normal betrachte, gegenüber. Auch ich habe mir Urteile gebildet und wollte Beweise erfahren, bevor ich glauben konnte. Auch ich habe mich oft verweigert, die eigene Erfahrung machen zu müssen. Und andererseits, habe ich lieber eigene Erfahrungen gemacht, als blind anderen einfach zu vertrauen. Beides darf sein.
Meine Arbeit muss nicht jeden Menschen erreichen. Sie dient zunächst meinem eigenen Verständnis, meiner Entwicklung und meiner HerzensMission. Damit erfüllt sie ihren Zweck. Und gern diene ich denen mit mehr Verständnis und meiner jahrelangen Erfahrung, wenn sie bereit sind, sich auf neue, oft für vorher "unmöglich gedachte" Wege, einlassen zu können. Ich brauche niemanden überzeugen. Ich habe kein Anspruch auf Anerkennung durch andere.


Die Biene sammelt nicht, um der Welt zu beweisen, dass Honig wertvoll ist.
Sie folgt ihrem Wesen und trägt ganz natürlich etwas zum Ganzen und dem natürlichen Kreisläufen bei.

Wahrnehmung verändert nicht nur, was wir sehen. Sie beeinflusst auch, wie wir handeln – und damit, was als Nächstes geschieht.

Die Biene, die Angst – und das, was dazwischen geschieht

Die einzelne Biene kann sichtbar sein. Hörbar. Sehr nah. Zwei Menschen können ganz unterschiedlich auf die gleiche Biene in einer Situation reagieren.

Der eine beobachtet sie fasziniert. Der andere bekommt Angst.

Vielleicht wurde der ängstliche Mensch sogar noch nie selbst von einer Biene gestochen. Die Vorstellung dessen, was passieren könnte, genügt. Eine Erzählung, eine frühere Beobachtung, Wissen um Allergien und Folgen - all das kann Alarmreaktionen auslösen, noch bevor tatsächlich Gefahr besteht.

Und genau hier wird es spannend: Die Biene hat sich möglicherweise noch gar nicht verändert. Der Mensch schon.

Seine Aufmerksamkeit verändert sich. Seine Muskelspannung und Atmung auch. Damit auch der pH-Wert und die Stresshormone, die nach außen wirken. Obwohl sie innerlich entstehen. Vielleicht weicht der Mensch auch zurück oder wird hektisch oder schlägt nach dem Tier, um die Biene zu vertreiben... Damit verändert sich wiederum die Situation, auf die das Tier reagiert.

Nicht, weil die Biene unsere „Angstenergie“ auf mysteriöse Weise lesen müsste. Bewegungen, Gerüche, Erschütterungen und andere Umweltreize sind reale Informationen für Tiere. Was ein Tier davon wahrnimmt und wie es darauf reagiert, hängt wiederum von Art, Situation und Individuum ab.

So kann aus einer Erwartung ein Verhalten entstehen, das die Situation tatsächlich verändert. Wir reagieren nicht ausschließlich auf das, was gerade geschieht. Wir reagieren auch auf das, was wir gelernt haben, erinnern, erwarten oder befürchten. Und so erzeugen wir unbewusst die neue Realität und unsere Bestätigung.

„Wenn Du nur angstfrei bist, passiert Dir nichts“ ist ein gut gemeinter Rat und doch nicht ganz richtig.
Auch ein erfahrener Imker kann seinem Bienenvolk mit großer Ruhe begegnen und in bestimmten Situationen auf Teile seiner Schutzkleidung verzichten. Erfahrung, Wissen und ein ruhiger Umgang können hilfreich sein. Trotzdem bleiben bestimmte, biologische Risike. Eine Biene kann stechen. Viele Bienen stechen gemeinsam, wenn ihr Schwarm sich bedroht fühlt. Allergische Reaktionen können gefährlich sein. Schutzkleidung ist trotz Erfahrung sinnvoll.

BewusstSEIN ersetzt keine Sicherheit. Es kann uns aber helfen, bewusster mit Situationen umzugehen und Risiken reduzieren zu können. Du kannst wissen, vertrauen und Dich gleichzeitig schützen. Es widerspricht sich nicht. Es unterstützt sich gegenseitig!

Werde Dir Bewusst: Wir sehen die einzelne Biene. Wir hören ihr Summen. Aber einen großen Teil dessen, was ihr Leben überhaupt ermöglicht, sehen wir in den meisten Momenten gar nicht: Das Volk. Die Waben. Die Vorräte. Die Arbeit der anderen Tiere. Die Vorgeschichte. Das Innere des Stocks...

Unsichtbar bedeutet nicht automatisch nicht vorhanden.
Nicht wahrnehmen können ist kein Beweis für Nichtexistenz.
Nicht wahrnehmen können ist aber ebenso wenig ein Beweis für Existenz.


Honig - der fließende Reichtum - das wertvolle Gold...
Stell Dir einfach einmal dieses Bild vor: Eine geöffnete Honigwabe. Goldener Honig löst sich langsam. Ein Tropfen entsteht. Er wird schwerer und löst sich. Er fällt...

Der Honig muss nicht an die Schwerkraft glauben. Der Mensch muss die Schwerkraft nicht sehen können. Und schneller wird es nicht dadurch, dass wir ungeduldig werden, bis der Tropfen zur Erde fließt. Es wirkt, was wirkt. In der Zeit, die es braucht. In Verbindung mit allen Umständen.

Bist Du bereit, staunend, mit einem neuen Verständnis auf die Naturgesetze, in die Erweiterung Deines BewusstSEIN und spirituellen Wachstum zu finden?
Du kannst vorher noch gar nicht wissen, welche Türen der Welt sich für Dich und Dein SEIN öffnen werden.
Aber Du kannst es ahnen... wenn Du schon bereit genug bist, neugierig darauf zu sein...

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