Wie in jedem Jahr freuen wir uns auf die Tage mit mehr Sonne und weniger Matschewetter. Wir freuen uns auf jede Stunde mehr Tageslicht und mehr Zeit in der Natur - mit unseren Pferden.

Damit sich auch die Pferde nicht nur über das frische Gras und die Weidesaison freuen können, sondern diese Zeit auch ohne vermeidbare Krankheiten und Symptome genießen können, ist die Anweidezeit wichtig: Mit einem richtigen Weidemanagement sind die Risiken für Kotwasser, Hufrehe und Koliken geringer.

Ein falsches Weidemanagement oder die (oft irrtümlich gedacht) unnötige oder (scheinbar) fehlende Zeit für das Anweiden, kann zu Krankheiten führen, die die Gesundheit der Pferde langfristig beeinträchtigt oder sogar tödlich sein kann!

Mit mehr Verständnis durch Hintergrundwissen, mehr Achtsamkeit auf die Einflüsse und mit einer kurzfristig angepassten Zeit- und Managementplanung können sie verhindert werden!

Denn: Richtig anweiden ist gaaaanz einfach!

Zumindest, wenn Du ein paar der Grundregeln für die Ernährungsoptimierung Deines Pferdes / Ponys berücksichtigst und diese in Deinen täglichen Zeitplan mit einbaust, um Unwohlsein und Krankheiten langfristig vorbeugen zu können.

Lies hier über die wenigen, aber sinnvollen Grundlagen für ein effektives und schonendes Anweiden:

Die Heufütterung über den Winter ist für den empfindlichen Verdauungstrakt unserer Pferde und Ponys mit ganz anderen Stoffwechsel-Herausforderungen verbunden, als das frische Gras.Auch, wenn wir ganz klar die Unterschiede von Gras und Heu erkennen, denken viele: Heu ist nur trockenes Gras und vom Verdauungsprozess gleich. Doch das stimmt nicht: Heu ist nicht nur trockenes Gras! Heu und Gras sind auch in der Energiezufuhr nicht identisch.

Auch der Magen-Darm-Trakt macht andere Stoffwechselprozesse notwendig. Der Stoffwechsel der Pferde ist viel empfindlicher als der von uns Menschen. Das Milieu der Bakterien im Darm kann sich innerhalb kürzester Zeit, entsprechend der Fütterung und Stressfaktoren verändern.

Im hinteren Bauchbereich der häufig aufgebläht ist und damit dick erscheint, sind sogenannte Aufgasungen durch Bakterien - auch bei Veränderungen in der Fütterung - nicht untypisch. Diese können im schlimmsten Fall sogar zur tödlichen Kolik-Erkrankung führen. Aber auch Kotwasser und Blähungen sind symptomatisch. Genauso wie Gurtzwang oder Berührungsabwehr im Bauchbereich.

Wisse: Pferde, die Abwehr oder Aggression beim Satteln zeigen, sind nicht einfach “unwillig” - sie haben sehr oft echte Schmerzen und wollen damit weitere vermeiden.

Damit sich der Stoffwechsel und die Bakterienflora mit all ihren Verdauungsprozessen auf die Zufuhr von frischem Gras anpassen kann, sollte sinnvoll mit Zeit angeweidet werden.

Die Zeit, die Du mit dem Anweiden verbringst, erspart Dir später viel Zeit, Geld und Sorgen! Tierarztkosten werden nicht günstiger durch viele Besuche...

Investiere lieber Deine Zeit in die Prävention, anstatt in Rittigkeits-Probleme und Krankheitsbehandlungen.
Nutze die Zeit gleichzeitig für Dich und Dein Pferd. Es sollte schön sein, (noch) mehr Harmonie beim Grasen und dem “Gemeinsam SEIN” erleben zu können. Es ist oft wichtiger, als das Training vom Sattel aus. Du kannst beim Angrasen die Kommunikation und Eure Bindung auf magische Weise fördern und gleichzeitig der Gesundheit von Dir und Deinem Pferdes / Ponys dienen.

Zuerst ist es wichtig, eine Zeitplanung zu befolgen.

Je empfindlicher das Magen-Darm-System des Pferdes / Ponys ist, umso wichtiger ist es, kleinschrittig aufzubauen. Ein empfindlicher Stoffwechsel zeigt sich u.a. durch Kotwasserneigung, Fell- und Hautsymptome, Fellwechselprobleme oder Atemwegserkrankungen. Alle Pferde und Ponys, die Hufrehe und Kolik gefährdet sind oder eine EMS-Diagnose haben, gehören selbstverständlich ganz besonders dazu.

Das Anweiden wird mit 10 Minuten begonnen und im 5-Minuten-Takt erhöht.

Je nachdem, wie das Wetter zum Anweiden ist (siehe meine Info zu Fruktan im Blog) und wie regelmäßig das Anweiden umgesetzt wird, kann der 5-Minuten-Takt im 4-Tagesrhythmus gesteigert werden.
Wenn 20 min. angeweidet werden kann, erfolgt danach die Steigerung auf 30 Minuten für 2 bis 3 Tage.
Danach 2 bis 3 Tage auf 45 min steigern und dann kann 1 Stunde Weidegang für 2 bis 3 Tage erfolgen.
Nach 1 Stunde kann im 30 min Takt oder im Stundentakt täglich oder alle 2 bis 3 Tage erhöht werden.

Je nach Wetterlage und möglichen Symptomen sollte die erste Zeit des Anweidens langsamer gestaltet werden, um Risiken zu reduzieren.

Sind 2 Stunden möglich, kann auf 3 Stunden erhöht werden. Dann auf 5 und 8 Stunden.
Danach ist der Stoffwechsel bereit, auch ganztägig mit dem frischen Gras umgehen zu können.

Der langsame Aufbau ermöglicht der empfindlichen Darmflora, die Umstellung von Heu (egal ob trocken oder gewässert) auf das frische Gras, mitzugestalten. Der Verdauungstrakt wird geschont und die natürliche Gesundheitsfürsorge des Pferdes / Ponys wird ganz selbstständig möglich gemacht.

Wenn die Anweidezeit nicht über 3 bis 4 Wochen aufgebaut wird, kann es zu einer Disharmonie von Nähr- und Vitalstoffen (zu viel Eiweiß, durch Kotwasser Wasser und Mineralstoffverlust) kommen.

Eine Kolik oder Hufrehe sind schwerwiegende Erkrankungen, die durch zu kurze Anweidezeit viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit in der nachfolgenden Therapie benötigen!

Worauf solltest und kannst Du noch beim Anweiden achten?

  • Vor dem Weidegang Heu anbieten
  • Nicht zu schnell anweiden - eine Gaskolik kann so vermieden werden
  • Dein Pferd / Pony wird kein Verständnis dafür haben, warum es nicht sofort und überall nach Herzenslust grasen kann. Es versteht nicht, weshalb die Zeit wichtig für die Gesundheit ist und wo das Gras besonders gesund oder das Anweiden möglicherweise auch Risiken hat. Lass Dein Pferd nicht am Straßenrand grasen. Die Abgase beeinträchtigen die Qualität der Gräser und Pflanzen, ohne dass wir es sehen können. Und Giftstoffe reichern sich auch an. Nicht nur am Straßenrand - auch am Rand von frischgedüngten Feldern, sollten Pferde nicht grasen.

  • Übe auf “Kommando grasen” in Deinem Alltag mit viel Lob und Zeit, damit Dein tierischer Freund weiß, wann er / sie grasen darf. Viele Pferde sind “unhaltbar”, sobald es Frühling wird. Sorge dafür, dass Du interessanter bist, als das Gras gut schmeckt. Übe Dich darin, dass Dein Pferd / Pony Dir aufmerksam folgt - selbst wenn er / sie eigene Ideen vom Grasen hat: bleibe authentisch, fürsorglich, liebevoll und zuverlässig. Dein Tier wird merken, dass Du die “besten Grasestellen” kennst und auf Deine Erlaubnis warten.

  • Halte Dein Pferd liebevoll und fürsorglich davon ab, zu grasen, wenn es nicht erwünscht ist. Übe das Kopf oben halten, nicht erst, wenn der Kopf schon unten im Gras ist. Achte auf Dein Pferd und reagiere vorab - beim ersten Anzeichen. Lerne Dein Pferd auf diese Weise noch besser zu lesen und einzuschätzen.

  • Beachte die Wettereinflüsse und passe die Grasezeiten (wenn irgendwie möglich) nicht nur im Zeitplan, sondern auch in der Tageszeit an. Nutze dafür auch meine Info und die Übersicht zu “Fruktan”, um jedes Risiko für Hufrehe oder andere Stoffwechselentgleisungen so gering wie möglich zu halten.

  • Die “energetische Trainingsunterstützung” dient Dir für den maximal gewaltfreien Umgang und kann in jeder Einheit vom “Gemeinsam SEIN” umgesetzt werden. Es schenkt Deinem Tier (auch Hunden) das mehr an Vertrauen und damit die notwendige Sicherheit für Dich und Dein Tier. Du kannst damit jegliche Stressfaktoren und Reaktionen reduzieren lernen. Sehr gern helfe ich Dir vor Ort oder ONLINE bei der Umsetzung über die Gesundheitsberatung und in der PRAXIS für die Hilfe zur Selbsthilfe.