Was Du jetzt über Bauch, Darm und Fütterung Deines Pferdes wissen solltest

Eine langjährige Bekannte hatte ein neues Pony gekauft. Sie wusste um meine Arbeit und bat mich um Hilfe. Bei ihrer Stute wurde die Diagnose COPD gestellt. Deshalb kam ich egentlich, um ihr bei der Fürsorge ihrer schwer atmenden Stute zu helfen.
Doch sofort blieb mein Blick auf dem Bauch von Tessi hängen.

Tessi, eine 17-jährige Isländerstute, hatte die tierärztliche Diagnose COPD nach dem Kauf meiner Bekannten, erhalten.

Doch als ich Tessi das erste Mal sah, fiel mir direkt auf, dass sie fast trächtig aussah. Ihr Körper erschien von vorn "Birnenförmig" und natürlich erkannte ich auch, dass sie sonst nicht übergewichtig war. Meine Beobachtungen und Interpretationen sind keine Diagnosen im ärztlichen Sinn. Aber sie sind der Grundstein für weitere Fragen im Austausch mit den Menschen, die mich um Hilfe und Unterstützung bitten.

Übrigens: Was früher unter anderem als COPD oder RAO bezeichnet wurde, wird heute unter dem Oberbegriff Equines Asthma eingeordnet.

EquiNesS hilft den Menschen, dem Wohl ihrer Tiere zu dienen.

Ich arbeite mit dem Menschen, um mehr Wohlbefinden und Entspannung (Wellness) möglich zu machen. Denn erst mit Hintergrundwissen und der notwendigen Entspannung kann auch der Prozess der Selbstheilung angestoßen werden, die ich auf natürliche Art und Weise unterstützen möchte.

Deshalb arbeite ich auch nicht "oberflächlich" und nach "0815" Prinzipien: Symptom → Mittel → fertig, sondern unterstütze ganzheitlich und biete die Hilfe zur Selbsthilfe an.

Ich möchte verstehen und gleichzeitig vermitteln: Was WAR? Was IST? Und was soll WERDEN?

Was war bisher auffällig?
Welche Diagnose besteht?
Woher kommt dieses Pferd?
Was hat es (möglicherweise) erlebt?
Wie wurde es gehalten und gefüttert?

Wie wird es gehalten und gefüttert?
Wie ist seine Herde?
Wer versorgt es?
Wie, was und wo frisst es?
Wie viel Bewegungsspielraum hat es?
Wie viel Bewegungslust besteht?

Wie sind Verdauung, Kot, Atmung, Verhalten und Entspannung?

Wie und was wurde/wird bereits behandelt? Mit welchem Erfolg?

Wie begegnet mir das Pferd? Was zeigt es mir? Was spüre ich?

Und natürlich: Was soll erreicht werden?
Wie WIRD und kann das Ziel WANN sein?
Was sind die Wünsche und Möglichkeiten des Menschen?

Erst daraus entscheide ich, welche begleitenden Maßnahmen sinnvoll sein können.
Die dann von mir ausgewählten Methoden folgen dem Pferd und seinem Menschen. Nicht andersherum.

Plötzlich wurde Tessis Darm hörbar!

Während ich meine Analyse im Gespräch und bei der körperlichen Untersuchung begann und erste heilsame Berührungen anwandte, entspannte Tessi sichtbar.
Dann, während der Akupressur, begann ihr Bauch deutlich zu gluckern. Es wurden Darmgeräusche hörbar und sie setzte Gaswinde ab.

Natürlich zeigt das allein keine Erkrankung des Darms an. Es beweist auch keine Ursache.
Aber solche Reaktionen sind für mich wichtige Beobachtungen. Sie geben mir Anlass, weiterzufragen und mögliche Zusammenhänge genauer anzuschauen.

Die Weide und ihr Fressverhalten führten zu weiteren Fragen und Wechselwirkungen

Dies zu wissen, ist für viele Pferdehalter interessant. Denn Tessi ist kein Einzelfall!
Speziell im Spätsommer und Herbst, können viele Menschen davon profitieren!

Wenn Weiden zunehmend abgefressen sind, suchen Pferde weiterhin nach fressbaren Pflanzenanteilen und nehmen diese teilweise sehr bodennah auf. Je nach Bodenverhältnissen können dabei vermehrt Erde oder Sand mit aufgenommen werden. Auch Heu, das unmittelbar auf sandigem oder erdigem Untergrund liegt, kann die Sandaufnahme erhöhen.

Veterinärmedizinisch ist bekannt, dass größere Sandmengen sich im Dickdarm ansammeln und z.B. Durchfall, Gewichtsverlust und Koliken verursachen können.
Natürlich bedeutet das nicht, dass jedes Pferd auf einer abgefressenen Weide Sand im Darm hat und eine Kolik bekommt.
Aber das Risiko kann da und erhöht sein.

Es bedeutet natürlich auch nicht, dass Tessis großer Bauch eine Sandansammlung beweist.
Doch es zeigt, dass genau Hinschauen und alles in Bezug zu nehmen, hilfreich sein kann!

Denn manchmal liegt ein wichtiger Teil der Gesundheitsvor- und Fürsorge nicht im nächsten Ergänzungsfuttermittel.
Oft liegt es direkt vor uns, im täglichen Blickfeld oder unter den Hufen unserer Pferde: die Weide und/oder Stallqualität!

Was haben Lunge und Dickdarm miteinander zu tun?

Bei Tessi zeigte sich mir ein interessanter Zusammenhang ganz deutlich. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören Lunge als Yin-Organ und Dickdarm als Yang-Organ gemeinsam zum Element Metall - entspricht dem "Herbst" Element.
Beide (Lunge und Dickdarm) werden in diesem ursprünglichen Medizinsystem als funktionelles Organpaar betrachtet. Zusammen mit anderen Bereichen (wie der Haut, bestimmten Körperbereichen, typischen Charaktereigenschaften und Emotionsreaktionen) bilden sie den aktuellen Gesundheitszustand und zeigen mögliche Therapieansätze zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte auf.

Das ist nicht gleichzusetzen mit der modernen veterinärmedizinischen Anatomie und Physiologie oder vielen ärztlichen Diagnosen.

Für meine ganzheitliche Betrachtung ist es dennoch ein wesentlicher Bestandteil und vervollständigt meine Blickwinkel.

Ich kam aufgrund der Lungenprobleme zu Tessi. Ihr Bauch brachte mich zum Darm, der Haltung und Fütterung.

Ihre Reaktionen während der Akupressur führten zu weiteren Fragen. Ihre Weide schließlich zur möglichen Sandaufnahme.

Genau das bedeutet für mich ganzheitlich: Zusammenhänge wahrnehmen, ohne vorschnell zu behaupten, ihre Ursache bereits zu kennen.

Wie erkenne ich Sand im Darm meines Pferdes / Ponys?

Hier wird es spannend. Ein einfacher Sand-Wassertest mit frischem Kot kann zu Hause einen ersten Hinweis geben, ob aktuell Sand ausgeschieden wird. Er kann jedoch nicht zuverlässig beantworten, wie viel Sand sich möglicherweise noch im Darm befindet. Deshalb gilt:

Der Sand-Wassertest ist eine Beobachtungshilfe. Es ist keine Diagnose und zeigt das Risiko einer Sandkolik nicht eindeutig an.
ABER: Er kann Dir einen Hinweis darauf geben, ob mit der untersuchten Kotprobe Sand ausgeschieden wurde. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
Ein negatives Ergebnis schließt eine Sandansammlung im Darm nicht sicher aus. Und sichtbarer Sand im Test verrät Dir nicht zuverlässig, wie viel Sand sich möglicherweise noch im Verdauungstrakt befindet. Besteht ein begründeter Verdacht oder zeigt Dein Pferd Koliksymptome, gehört die weitere Abklärung in tierärztliche Hände.

In der veterinärmedizinischen Diagnostik wird die Untersuchung insbesondere über bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle für weitere Maßnahmen spielen. Einige können aber von Dir schon in der Fürsorge umgesetzt werden.

Hier möchte ich den Blogbeitrag bewusst enden lassen. DENN: es braucht m.M.n. ausführlichere Antworten und Hilfestellungen.

Deshalb habe ich ein neues EquiNesS Magazin daraus entstehen lassen.

HERBSTZEIT. ABGEFRESSENE WEIDEN. SANDKOLIK-RISIKO?
Was Du jetzt wissen solltest

In der neuen Ausgabe nehme ich Dich weiter in die Geschichte von Tessi und der Wirksamkeit ihrer Menschin mit.

Ich gehe deutlich tiefer auf viele Zusammenhänge von abgefressenen Weiden, Herbstzeit und dem Sandkolik-Risiko und das Wissen der TCM ein.

Ich schreibe darüber, was Darmgeräusche – und auch auffällig wenige oder fehlende Darmgeräusche – bedeuten können und warum sie immer im Gesamtbild betrachtet werden sollten und was Sand im Verdauungstrakt bewirken kann.

Du bekommst die ausführliche Anleitung für den "Sand-Wassertest", den Du zuhause durchführen kannst und wo die Aussagekraft endet und was wichtig zu wissen ist.

Ich zeige Dir ausgewählte Akupressurpunkte, die ich auch bei Tessi angewendet habe und die ihre Menschin nach meiner Anleitung heute selbst anwenden kann. Dabei beobachtet sie immer wieder, wie Tessi entspannt und ihr Darm hörbar aktiv wird.

Wir betrachten Lunge und Dickdarm für einen ersten Einblick in die EnergieMagie der TCM.

Ich zeige Dir, warum die Fütterungsoptimierung für mich nicht damit beginnt, wieder teure Pferdefutter zu kaufen, sondern damit, was Du einfach und kostengünstig selbst umsetzen kannst.

Denn vor allem möchte ich Dir eines vermitteln: Hilfe zur Selbsthilfe.

Ich möchte Dein Vertrauen in Dich und Deine Selbst-Wirksamkeit stärken!

Denn Du bist jeden Tag bei Deinem Pferd. Du kannst lernen, noch besser hinzuschauen. Für Dich neue Zusammenhänge zu erkennen.
Frühe Veränderungen wahrzunehmen. Und zu unterscheiden, was Du selbst verändern kannst – und wann Dein Pferd fachliche oder tierärztliche Hilfe braucht.

Gerade bei einem Pferd mit Equinem Asthma gehört für mich deshalb auch der genaue Blick auf Heu, Staubbelastung, Einstreu, Stallklima und Haltung selbstverständlich zu den Fragen, die ich gemeinsam mit dem Menschen betrachte – ergänzend zur tierärztlichen Behandlung.

Und danach? Dann geht es weiter!

Die EnergieMagie - Akadamie von mir hilft Dir durchs Jahr!

Das nächste EquiNesS Magazin steht bereits in den Startlöchern:

HERBSTZEIT. FELLWECHSEL. WINTERVORBEREITUNG.

Was Dein Pferd jetzt braucht

Dann geht es unter anderem um erste jahreszeitliche Fütterungsimpulse, Fellwechsel, Bewegung, nasskalte Witterung und bestehende Beschwerden – und um den Übergang aus der TCM-Herbstenergie des Metalls in die Winterenergie des Wassers.

Denn für mich beginnt eine gute Fürsorge (oder aktuell die Wintervorbereitung) nicht erst mit dem ersten Frost.

Die Fürsorge beginnt jetzt. Wir sind mittendrin. Immer. Überall!


Noch ein Herbst- und Frühlingsthema, das Du kennen solltest:
Fruktan ist nicht nur im Frühjahr ein Problem. Es ist wetterabhängig und kann auch im Herbst das Risiko für Hufrehe und Stoffwechselentgleisungen erhöhen. Deshalb nutze, bis das neue EquiNesS Magazin erscheint (den Link teile ich Dir hier) schon jetzt diesen Blog-Beitrag inkl. ausdruckbarer Schnell-Übersicht für den Stall. Schreib mir hier für die PDF.

Fruktan und Mykotoxine – was Du wissen solltest

Deine Tina
PRAXIS für Mensch und Tier

Abschließend noch eine Info: Meine Empfehlungen und Anwendungen ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie können Dein Pferd begleitend unterstützen und Dir helfen, Haltung, Fütterung und Fürsorge bewusster und individueller zu gestalten.